Die thailändische Königin Suthida hat am 8. Oktober erstmals allein einen einsitzigen JAS-39C Gripen geflogen. Der Flug dauerte laut dem Fachportal „Defence Industry Europe“ 41 Minuten und wurde auf dem Luftwaffenstützpunkt Wing 7 in der Provinz Surat Thani durchgeführt. Beobachtet wurde er von König Maha Vajiralongkorn, Luftwaffenchef Seksan Kantha und weiteren ranghohen Offizieren.
Nach der Landung überreichte der König seiner Frau einen Blumenstrauß und zeichnete sie mit dem goldenen Gripen-Abzeichen aus. Diese Auszeichnung wird an Menschen vergeben, die ein Gripen-Kampfflugzeug selbst geflogen haben. An der Maschine befand sich laut „Defence Industry Europe“ zudem eine Sonderbemalung zum 15. Jahr des Gripen-Dienstes in Thailand.
Ausbildung nach Militärstandard
Dem Königshaus zufolge absolvierte Suthida vor dem Solo-Flug eine vollständige Ausbildung nach den Vorgaben der thailändischen Luftwaffe. Dazu gehörten Theoriestunden, Training im Simulator und Flüge mit einem Ausbilder in der doppelsitzigen Version des Gripen.
Nach Angaben von „Defence Industry Europe“ umfasste die Vorbereitung auch Flüge mit einem Pilatus PC-9 und einem L-39 Albatros. Vor ihrem ersten Alleinflug im Gripen saß Suthida demnach zehn Stunden mit einem Fluglehrer in einem JAS-39D.
Viel Erfahrung im Cockpit
Nach Angaben des Palasts hat die 48-Jährige bereits mehr als 1188 Flugstunden auf verschiedenen Flugzeugtypen gesammelt. Ihren ersten Flug in einem Militärflugzeug absolvierte sie demnach schon im Mai 2010 in einer Cessna T-41D.
Suthida besitzt Qualifikationen für mehrere leichte und zivile Maschinen, darunter Boeing 737-400 und 737-800. Bei Auslandsreisen des Königshauses soll sie wiederholt als Co-Pilotin an Bord gewesen sein. Mit dem Alleinflug im Gripen kommt nun ein Kampfjet hinzu.
Premiere mit Symbolkraft
Laut „Defense Industry Europe“ ist sie die erste amtierende Königin, die allein einen Kampfjet gesteuert hat.
Thailand hatte insgesamt zwölf Gripen C/D aus Schweden beschafft. Allerdings stürzte ein Jet im Januar 2017 bei einer Flugschau ab. Aktuell sind somit noch 11 Maschinen im Dienst. Die Jets kamen nach Angaben von „Defence Industry Europe“ bereits 2025 im Grenzkonflikt mit Kambodscha zum Einsatz.

Quelle: Focus online Okt 2026 – Felix Meier
