Qantas‘ erster Ultra-Langstrecken-A350 ist aus dem Airbus-Fließband in Toulouse, Frankreich, aufgetaucht und bringt das lang erwartete Project Sunrise der Fluggesellschaft näher an die Realität.
Das Flugzeug, das die französische Testregistrierung F-WZNK trug, rollte am 12. April 2026 vollständig montiert mit Rolls-Royce Trent XWB-97-Motoren, Flügeln, Rumpf und Fahrwerk aus. Es wird nun Bodenkontrollen durchlaufen, gefolgt von einem zweimonatigen Flugtestprogramm, bevor es bis Ende dieses Jahres an Qantas geliefert wird.
Der kommerzielle Betrieb soll Anfang 2027 beginnen.
Was Project Sunrise für Reisende bedeutet
Wenn der Betrieb startet, wird Qantas Nonstop-Flüge vom Sydney Kingsford Smith International Airport (SYD) sowohl zum London-Heathrow Airport (LHR) als auch zum John F. Kennedy Airport (JFK) in New York anbieten, wobei sie fast 10.000 Seemeilen über etwa 22 Stunden zurücklegen.
Die direkte Route wird die aktuellen One-Stop-Optionen bis zu vier Stunden senken und es dem Anbieter ermöglichen, traditionelle Nahost-Hub-Verbindungen auf Europa-Fahrten zu umgehen.
Die erweiterte Reichweite erfolgt durch einen zusätzlichen 20.000-Liter-Kraftstofftank, der am Heck des Flugzeugs installiert ist.
Weniger Sitze, mehr Platz
Der Qantas A350-1000ULR bietet nur Platz für 238 Passagiere, deutlich weniger als die etwa 350 Sitze der Standard-A350-Konfigurationen. Etwa 40 % der Kabine werden Premium-Klassen gewidmet, darunter First, Business und Premium Economy.
Zu den Einrichtungen an Bord gehört eine Wellbeing-Zone, die die Bewegung während der langen Flüge fördert, sowie gesunde Snacks und Getränke. Die Kabine verfügt außerdem über Beleuchtung, die auf zirkadiane Rhythmen abgestimmt ist, um dem Jetlag entgegenzuwirken, sowie über kostenloses Hochgeschwindigkeits-WLAN.
Eine Anspielung auf die Luftfahrtgeschichte
Qantas plant, jeden seiner 12 bestellten A350 nach Sternen zu benennen – eine Hommage an die Catalina-Flugbootbetriebe der Fluggesellschaft aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Diese Kriegs-Dauerflüge zwischen Australien und Sri Lanka (damals Ceylon) blieben lange genug in der Luft, damit die Besatzungen zwei Sonnenaufgänge erleben konnten, was fast ein Jahrhundert später den Namen Project Sunrise inspirierte.
Das Projekt wurde erstmals 2017 angekündigt und hatte aufgrund der COVID-19-Pandemie und anhaltender Herausforderungen in der Lieferkette bei Airbus erhebliche Verzögerungen. Die Einführung in Toulouse markiert einen Wendepunkt nach Jahren voller Rückschläge.
Der Name des ersten Flugzeugs der Flotte soll bis Mitte 2026 bekannt gegeben werden.

Quelle: www.aerotime.aero – April 2026, Felix Meier
