Frankreich wird die gesamten Entwicklungskosten des Rafale F5 tragen, nachdem eine Kofinanzierungspartnerschaft mit den Vereinigten Arabischen Emiraten Ende Dezember 2025 scheiterte,  berichtete La Tribune.

Der Zusammenbruch fügt dem französischen Verteidigungshaushalt bereits stark unter Druck stehende Milliarden, verzögert die Auslieferung des Next-Gen-Kampfflugzeugs und lässt die begleitende Tarnkappenkampfdrohne ohne finanziertes Programm zurück.

Eine Partnerschaft von 3,5 Milliarden Euro, die nie zustande kam

  

Abu Dhabi war laut La Tribune bereit, bis zu 3,5 Milliarden Euro (3,8 Milliarden US-Dollar) für eine etwa 5 Milliarden Euro (5,7 Milliarden Dollar) ausstehende Rechnung für das F5-Programm beizusteuern. Doch das Abkommen scheiterte nach monatelanger Pattsituation darüber, was die VAE dafür bekommen würden. Die Emirates wollten eine enge Beteiligung an der Entwicklung des Jägers, insbesondere Zugang zu fortschrittlichen Technologien, darunter Optronik. Frankreich hatte die Idee zunächst in Erwägung, weigerte sich letztlich, diese Fähigkeiten zu teilen, sodass Abu Dhabi mit einer milliardenschweren Rechnung ohne nennenswerten technologischen Nutzen konfrontiert war.

Die Reibungen spitzten sich während des Besuchs von Präsident Emmanuel Macron in Abu Dhabi Ende Dezember 2025 zu. Das Treffen mit dem Präsidenten der VAE, Scheich Mohamed bin Zayed, verlief Berichten zufolge schlecht. Die VAE zogen sich zurück, und Macron richtete Berichten zufolge seine Wut auf die Direction générale de l’armement (DGA) und den französischen Generalstabschef (EMA) wegen der missglückten Verhandlungen.

Die Folgen werden nun in das aktualisierte französische Militärprogrammgesetz (LPM) aufgenommen, das am 8. April 2026 dem Ministerrat vorgelegt werden soll. Das überarbeitete Gesetz fügt dem ursprünglichen Umschlag von 413 Milliarden Euro 36 Milliarden Euro hinzu, doch die Behörden räumen ein, dass dies nicht ausreichen wird.

 

Was der Rafale F5 ist und was er kostet

Das Ausmaß des Gesetzes, das Frankreich nun allein aufnehmen muss, spiegelt die Ambitionen des Programms wider.

Oft als „Super Rafale“ beschrieben, wird der F5-Standard das Thales RBE2 XG Galliumnitrid-Radar, eine überarbeitete SPECTRA-Elektronikausrüstung, neue optronische Sensoren und konforme Treibstofftanks enthalten. Sie wird die ASN4G tragen, eine Scramjet-betriebene Hyperschall-Nuklearrakete, die von MBDA für die französischen Strategischen Luftstreitkräfte entwickelt wird.


Quelle: www.aerotime.aero – März 2026, Felix Meier