Indonesien demonstrierte am 11. Februar 2026 erfolgreich seine ersten Jagdflugzeuglandungen auf einer Autobahn. Die Übung hat einen ehrgeizigen Plan gestartet, um die Straßeninfrastruktur im weitläufigen Archipel in Notfall-Militärstart- und Landebahnen umzuwandeln.
Zwei Flugzeuge der indonesischen Luftwaffe, ein F-16-Jäger und ein EMB-314 Super Tucano, führten Lande- und Starttests auf dem Terpeka-Abschnitt der Trans-Sumatra-Mautstraße in der Provinz Lampung durch. Die Demonstration markierte laut dem lokalen Nachrichtenportal Antara das erste Mal, dass Kampfjets indonesische Autobahnen als Start- und Landebahnen nutzten.
Die Übung hat Indonesiens neuartigen Ansatz zur militärischen Einsatzbereitschaft in einem Land mit mehr als 6.000 bewohnten Inseln über 3.100 Meilen Ozean hervorgehoben. Das Land plant, sein umfangreiches Straßennetz für Notfallflugoperationen zu nutzen.
Strategische Vision für Provinzen
Laut dem Generalstabschef der indonesischen Luftwaffe, Marschall Tonny Harjono, hofft das Militär, dass jede der 38 indonesischen Provinzen irgendwann mindestens einen Mautabschnitt haben wird, der als Notlandebahn dienen kann, obwohl dafür noch kein konkreter Zeitplan genannt wurde.
„Dieser Erfolg markiert einen wichtigen Meilenstein bei der Stärkung des universellen Verteidigungssystems“, sagte stellvertretender Verteidigungsminister Donny Ermawan Taufanto gegenüber Antara. Der ehemalige Air Marshal betonte, dass die Nutzung ziviler Infrastruktur zu Verteidigungszwecken sicherstellt, dass die Operationen auch dann fortgesetzt werden können, wenn Hauptstützpunkte gestört werden. Das Konzept sieht vor, Straßenabschnitte von etwa 3.000 Metern (fast zwei Meilen) Länge vorzubereiten, um militärische Flugzeugoperationen aufnehmen zu können. Beamte betonten, dass die Initiative darauf abzielt, die bestehende Infrastruktur zu optimieren, anstatt kostspielige neue Einrichtungen zu errichten.
Technische Herausforderungen und Piloten-fähigkeiten
Die Demonstration hat die technischen Anforderungen der straßengestützten Luftfahrtoperationen hervorgehoben. Indonesische Piloten landeten erfolgreich auf mautpflichtigen Straßenabschnitten, die nur 24 Meter breit sind, etwa halb so breit wie herkömmliche Flughafenstart- und Landebahnen, die typischerweise 45 bis 60 Meter messen. Taufanto lobte die Fähigkeit, die für solche Präzisionslandungen auf Antara erforderlich ist, und bemerkte: „Es ist riskant, aber Luftwaffenpiloten sind für diese Bedingungen ausgebildet.“ Die beiden verwendeten Flugzeugtypen repräsentieren unterschiedliche militärische Fähigkeiten. Die F-16 dient als primärer Luftabwehrjäger Indonesiens, während der Turboprop Super Tucano Aufklärungs-, Patrouillen- und Nahunterstützungsmissionen übernimmt.
Internationaler Präzedenzfall
Indonesien reiht sich in mehrere Länder ein, die Militärflugzeuge auf zivilen Straßen getestet haben. Ähnliche Demonstrationen fanden in den Vereinigten Staaten, Schweiz, Finnland und Schweden statt, was ein breiteres militärisches Interesse an Infrastruktur-Doppelnutzungsfähigkeiten widerspiegelt.
Das US-Militär hat insbesondere betont, Jagdflugzeuge über Pazifikinseln zu verteilen, als Teil von Strategien, um mögliche Angriffe durch Gegner zu erschweren. Indonesische Beamte betonten jedoch, dass ihr Mautstraßenprogramm sich trotz anhaltender territorialer Streitigkeiten im Südchinesischen Meer mit China nicht gegen ein bestimmtes Land richtet.

Quelle: www.aerotime.aero – Feb 2026, Felix Meier
