Schwedischer Bieter gegen Konkurrenten wie Boeing und L3Harris/Elta Systems
Kanada hat Schwedens Saab als bevorzugten Anbieter der GlobalEye-Plattform für seine Airborne Early Warning and Control (AEW&C)-Anforderung ausgewählt. Das Verteidigungsministerium des Landes gab die Entscheidung am Mittwoch bekannt, was Spekulationen über mögliche politische Motive für die Wahl eines europäischen Partners gegenüber US-Lieferanten auslöste.
Die Gespräche werden nun mit Saab und dem in Montreal ansässigen Bombardier verschärft, welche das Global 6500-Flugzeug für das Programm bereitstellt. Die angekündigte Auswahl des bevorzugten Lieferanten stellt keine endgültige Beschaffungsverpflichtung dar.
Saab und Bombardier konkurrierten mit konkurrierenden Angeboten, darunter Boeings E-7 Wedgetail-Plattform und das L3Harris/Elta Systems Aeris X-Vorschlag, welches ebenfalls auf dem Global 6500 basiert und ein 360-Grad-Radarsichtfeld bietet. Die kanadische Defence Investment Agency wird die Verhandlungen mit Saab führen, die kommerzielle, technische und wirtschaftliche Überlegungen rund um den potenziellen Vertrag abdecken.
Das AEW&C-Programm soll der Royal Canadian Air Force fortschrittliche Führungs-, Kontroll- und Überwachungsfähigkeiten bereitstellen, die notwendig sind, um auf Langstreckenbedrohungen in Regionen wie der Arktischen und des Atlantiks zu reagieren. Dies soll Kanadas Beitrag zum North American Aerospace Defence Command sowie zu NATO-Missionen stärken.
Nach Kanadas Defence Industrial Strategy und Build-Partner-Buy-Ansatz würden weitere kanadische Auftragnehmer dem Programm beitreten.
„Kanada unternimmt wichtige Schritte, um seine Verteidigungsfähigkeiten in einem zunehmend komplexen Sicherheitsumfeld zu stärken und gleichzeitig langfristige wirtschaftliche Chancen für die Kanadier zu schaffen“, kommentierte Stephen Fuhr, der Staatssekretär für Verteidigungsbeschaffung des Landes. „Die Zusammenarbeit mit Saab ermöglicht es uns, eine bewährte Lösung zu erkunden, die die Royal Canadian Air Force unterstützt, auf den Stärken der kanadischen Luft- und Raumfahrt aufbaut, hochqualifizierte Arbeitsplätze unterstützt und Möglichkeiten schafft, an fortschrittlicher Fertigung, Missionsintegration und zukünftigen Exporten teilzunehmen.“

Quelle: AINonline May 2024, Felix Meier
